Im ersten Gang nach Katmandu
• Sydney–Paris: Außer 40 platten Reifen kein Problem!
• Schneestürme in den Kordillieren
• Vier Mädchen auf dem Weg von Feuerland nach Alaska
• Renault spendiert abenteuerlustigen Uniabgängern R4

Das Konzept des R4 ist so einfach wie genial: Vielseitigkeit und Funktionalität sowie geringer Wartungsbedarf stehen ganz oben auf der Prioritätenliste. Zusätzliches Plus: Die Federung lässt sich leicht an fast jedes Gelände anpassen. Kein Wunder, dass zahlreiche Globetrotter den wirtschaftlichen, kompakten und robusten R4 für ihre Entdeckungsreisen rund um den Erdball wählten. Motor und Fahrwerk werden über Jahre auf Passstraßen in Katmandu, auf der Tanezrouft-Piste in der Sahara, auf den Hochebenen der Anden oder auf fast undurchdringlichen Dschungelpfaden malträtiert – und halten. Zitat aus dem Reisebericht eines Globetrotters: „Bravo Renault 4! Du hast mich nie im Stich gelassen.“

Sydney–Paris: drei Kontinente, 26 Länder, 43.000 Kilometer
1962 starten die beiden Neuseeländer Adrian Blackburn, Automobiljournalist, und Bill Rowntree, Fotograf, einen einzigartigen Härtetest mit dem R4: Nonstop Sidney–Paris. Ein „Abstecher“ von 43.000 Kilometern, durch drei Kontinente und 26 Länder, der rund acht Monate dauern wird. Bei 40 Grad in der Wüste von Nullarbor und
30 Zentimeter tiefen Schlaglöchern im Dschungel von Thailand reiht sich ein Abenteuer nahtlos an das nächste. In Indien überqueren die beiden Globetrotter Flüsse auf Holzflößen, bevor es in Nepal einen 2.500 Meter hohen Pass auf dem Weg nach Katmandu zu erklimmen gilt. Vier Stunden Kriechtempo im ersten Gang können die Kupplung des R4 nicht beeindrucken.
Nachdem Blackburn und Rowntree – bis zum Bauchnabel im Wasser sitzend – ihr Gefährt unbeschadet durch einige afghanische Wasserläufe bugsiert haben, ist der Rest der Reise über Persien und Istanbul nach Westeuropa nur noch eine Spazierfahrt. Die Liste der fälligen Reparaturen während der Reise sagt mehr über das Wesen des Renault 4 aus als Dutzende von Testberichten: Es gab 40 platte Reifen – und sonst nichts. Keine einzige ernst zu nehmende Panne vermerkt das Team in seinem Fahrtenbuch.
Schneestürme und dünne Luft in den Anden
Dass Multifunktionalität beim R4 kein leeres Versprechen ist, beweisen 1962 vier Studenten mit ihrer Expedition in die südamerikanischen Anden. Höhenangepasste Vergaser, Nebelscheinwerfer und spezielle Sitze sind die einzigen Sonderausstattungen der beiden R4. Ohne Schwierigkeiten meistern die Fronttriebler auf der Strecke von Bogota nach Quito einen 4.000er-Pass nach dem anderen. Für die Zuverlässigkeit der Fahrzeuge ist das Team gleich doppelt dankbar, da Banditen im kolumbianischen Hochland keine längeren Zwischenstopps ungestraft lassen.
Zwischenfälle beschränken sich auf eine Kollision mit einer Kuh und – etwas schwerwiegender – mit einem Lastwagen, dessen betrunkener Fahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug verliert. Drei Tage nehmen die provisorischen Reparaturen am halbeingerissenen Dach und der verzogenen Vorderachse in Anspruch. Dann erklimmt die Expedition wieder ungerührt Steigungen, bevor sie die „Altiplano“ erreicht, die mehrere tausend Kilometer lange und bis zu 4.500 Meter hohe Hochebene. Trotz Schneestürmen und dünner Luft bahnen sich die R4 dank der robusten Motoren und der guten Fahreigenschaften ihren Weg. Nach 13.000 Kilometern und zahllosen Passquerungen im Schritttempo ist das Ziel erreicht und die R4-Qualität einmal mehr bewiesen. Nicht einmal ein kochender Kühler, geschweige denn Schlimmeres, ist zu beklagen.
Harte Ladies in Feuerland
Bekannt wurden sie als die „4 Elle“. Michèle Ray, 26-jähriges Mannequin und Kopf eines unternehmungslustigen französischen Damenquartetts, hält nicht viel von Pauschalreisen. Stattdessen plant sie im Mai 1965 eine Expedition von Feuerland nach Alaska. Die Wahl des passenden Autos war wohl durchdacht: „Der R4 ist aus mehr als einem Grund ein Auto für Frauen. Leicht zu fahren, aber vor allem auch leicht zu heben.“ Keine leeren Worte, sondern immer wieder Notwendigkeit auf den Pfaden quer durch die unwegsame Wildnis Südamerikas. Aus unzähligen Fahrrillen und Schlaglöchern müssen die vier ihr Gefährt immer wieder „herauswippeln“.
Nur ein Koffer Kleidung für vier Frauen
Startpunkt der Expedition ist Ushuaia, verlorener Flecken am Ende der Welt und nur über eine unbefestigte Piste erreichbar. Die beiden Renault 4 sind voll beladen mit Benzinkanistern, Werkzeug, Ersatzrädern, Filmmaterial. Für Kleidung bleibt ein einziger Koffer, den sich die vier während der gesamten Reise teilen müssen. Der Startschuss fällt am 11. Juni. Die unter dem R4 montierten Skier erweisen sich als unerlässliche Hilfe: Gut 30 Zentimeter Neuschnee bedecken die Fahrspur.
Unendliche Waschbrett-Pisten in Argentinien und mehrstündige Auseinandersetzungen mit hartnäckigen Beamten in Brasilien können die mutigen Französinnen nicht stoppen. Vor der Durchquerung des unwegsamen Mato Grosso ergänzen sie kurzerhand ihre Ausrüstung um einige Karabiner, Munition und Macheten.
Rationierte Lebensmittel, um Gewicht zu sparen
Regelmäßig müssen die vier ihre Wagen entladen, um sie aus den ärgsten Schlammlöchern wieder herauszubekommen. Sobald der Wagen wieder beladen ist, dauert es nur wenige Meter, bis er in der nächsten Grube einsackt. Selbst die Pausen sind kein wahres Vergnügen, da Michèle Ray und ihre Begleiterinnen die Lebensmittel rationieren müssen, um Gewicht zu sparen. Lediglich Orangen und von den Einheimischen spendierte Milch sorgen für Abwechslung auf dem Speiseplan. Nach 1.300 Kilometern Blindflug ohne genaue Wegangaben erreichen sie endlich San Ignacio in Bolivien.
Die nächste Etappe führt durch die Kordillieren bis nach Chacaltaya. Souverän meistert der R4 den Anstieg bis auf 5.200 Meter. Auch in diesen Höhen bleibt der Vierzylinder trotz des abgemagerten Gemischs nicht stehen. Weiter geht es durch Peru und Equador. Ohne es gleich zu merken, verlieren sich die beiden Teams aus den Augen und erst 400 Kilometer weiter finden sich die Besatzungen wieder. Michèle Ray und ihre Begleiterinnen durchqueren mitten in der Regenzeit Zentralamerika. Immer wieder gilt es Bäche zu durchqueren, viele Brücken sind fortgeschwemmt.
Bei minus 18 Grad 1.500 Kilometer ohne Windschutzscheibe
An der nordamerikanischen Westküste geht es schließlich deutlich flotter voran. 1.000 Kilometer lassen sich am Tag schaffen und das Ziel rückt deutlich näher. Aber 1.500 Kilometer vor Anchorage wird die Expedition noch einmal auf eine harte Probe gestellt. Bei minus 18 Grad Celsius Außentemperatur zerschmettert ein Stein die Windschutzscheibe des Führungsfahrzeuges. Michèle Ray beißt die Zähne zusammen, wickelt sich in einen Schlafsack, den sie notdürftig mit Sicherheitsnadeln schließt, und fährt weiter. Alle 60 Kilometer legt sie einen Zwischenstopp ein, um sich wieder aufzuwärmen. Beide R4 kommen danach ohne große Zwischenfälle bis ans Ziel nach Alaska.
Ein ganz besonderes Studentenauto
Nachdem die ersten Abenteuerlustigen von R4-Erlebnissen in der ganzen Welt berichteten, unterstützt Renault mit einzigartigen Aktionen weitere Anwärter, die es in die Ferne treibt. 1965 verteilt Renault erstmals unter dem Motto „Bourses Renault Départ dans la Vie“ (Start ins Leben) 90 Renault 4 an die besten Jahrgangsabgänger der „Grandes Écoles“. Die Nachwuchspiloten legen auf den Spuren von Sven Hedin und Marco Polo weltweit eine Million Kilometer zurück.
Von 1966 bis 1984 stellt der französische Hersteller ausgewählten Teams mit der Aktion „Routes du Monde“ (Straßen der Welt) für außergewöhnliche Reiseprojekte R4-Fahrzeuge zur Verfügung. Pro Jahr reichen 150 bis 200 Kandidaten im Alter von 18 bis 25 Jahren ihre Reiseprojekte ein, von denen jährlich sechs bis acht Projekte mit einem R4 für die Reise gesponsert werden. Renault bietet den Expeditionsanwärtern außerdem ein Mechanikpraktikum und einen Einführungskurs in Fotografie und Kameraführung. Der französische Mineralölkonzern Elf beteiligt sich an den Benzinkosten, die Abenteurer müssen nur für ihre Lebenskosten aufkommen und können auch noch weitere Sponsoren suchen.
Der Renault 4 erobert die Pisten der Welt
18 Jahre lang klemmen sich insgesamt 438 Abenteurer, davon 91 Frauen, hinters Steuer eines unverwüstlichen Renault 4. Der Fronttriebler mit der großen Klappe stellt seine Funktionalität und Zuverlässigkeit in Dutzenden von Ländern unter Beweis. In der isländischen Vulkanlandschaft, in Israel, im Iran, an der Elfenbeinküste sowie auf den Pisten quer durch die Sahara, überall taucht der charakteristische Kühlergrill mit der Rhombe auf.
Trotz Dauerstress: Das Fünf-Liter-Auto heißt R4
Serge Meunier nutzt den R4 für ein ganz besonderes Projekt. Mit drei Begleitern absolviert er den Autobahn-Langstreckentest Paris–Madrid– Paris mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 71,75 km/h. Noch weitaus spektakulärer ist der günstige Durchschnittsverbrauch: Mit gerade einmal 4,968 Liter Benzin auf 100 Kilometer zählt der R4 eindeutig zu den Vorreitern moderner Fünf-Liter-Autos.
Ansprechpartner: Thomas May-Englert, Leiter Produktkommunikation
Tel. 02232/73-9510 • E-Mail: thomas.may-englert@renault.com
PRP 32/01 • 15.06.2001














